Freitag, 10. August 2012

Bilderbuch (Nummer blabla)

Man erfreue sich an Impressionen aus dem rauen Lande in der südlichen Hemisphäre:
















Braucht jemand ein Album-Cover?


Wer ist ein kleine dicke Robbe?

Auenland (Hobbits hier als Schafe verkleidet, wegen Touristen)

Auch Auenland





Samstag, 28. Juli 2012

To the north, to the north

Nach 3,5 Wochen des neuseeländischen Winters hat mich tatsächlich die erste Erkältung meiner Reise erwischt. Was die Dinge hier drüben aber noch lange nicht schlechter macht.

Nachdem ich jetzt die Südinsel einmal so ziemlich umrundet habe, werde ich mich morgen gen Norden auf den anderen Teil der neuseeländischen Hauptinseln begeben.

Ich könnte so viele Bilder von den letzten Wochen hier veröffentlichen - vom warmen südlichen Norden(ja genau), der Regenwaldvegetation neben den Gletschern an der Westküste, den schneebedeckten Bergen um Wanaka und Queenstown, dem Milford Fjord oder auch der Studentenstadt Dunedin, allerdings wäre das zu viel für meinen kleinen Blog, von daher gibt es demnächst ein paar ausgewählte Schnappschüsse und den Rest dann in Privatvorstellungen in ausgewählten Haushalten ;)

Freitag, 13. Juli 2012

Vier Bilder (I)

Die letzten Tage in 4 Bildern:

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Ins Wasser (oder Wasser auf mich)


Samstag, 7. Juli 2012

Bilderbuch (12)

Was man alles am Flughafen in Christchurch nicht darf. Vor allem "kein Zelt" aufstellen find ich toll.

 Seit einem sehr starken Erdbeben im September 2010 wird Christchurch immer wieder vom Erdinneren her durchgeschüttelt. Da vor 2010 kaum nennenswerte Aufzeichnungen von seismischen Aktivitäten in der Stadt vorlagen, hat auch keiner wirklich daran gedacht Erdbeben sicher zu bauen. Jetzt liegt leider der Großteil des Stadtinneren in Trümmern:

Ja, so fängt das Stadzentrum an.

So sieht es so ziemlich überall in der Innenstadt aus.

Das war übrigens die Methodistenkirche

soweit ganz nett...

... direkt daneben nicht mehr so.

die ZONE

Das war mal die Einkaufsstraße.

Alles was rot ist, ist böse.

Auch High-End-Fashion schützt vor Erdbeben nicht.

Aber es ist nicht alles schlecht:

Die Kunstgallerie steht noch,..

genauso wie die Stadtverwaltung.

Auch der Avon fließt in seinem kleinen grünen Bett weiter unbeirrt durch die Stadt.

Freitag, 6. Juli 2012

Kia ora

Mein erstes Neuseelandgeld, ein bewegender Moment
oder moin moin, how are you going or whatever.

Ein schockierender Fakt: Ich schreibe diesen Eintrag nicht aus Australien!

Ich habe der roten Insel vor ca. 3 Tagen den Rücken gekehrt und mich gen Osten gewandt. Noch weiter weg von Deutschland, noch näher an die Datumsgrenze, noch südlicher als ich jemals zuvor war. Ja, ich bin in Neuseeland. Was quasi fast Antarktis ist, so zum halben Sechzehntel oder so.

Demenstprechend begrüßte mich Christchurch auch mit Kälte und Regen und Nebel und ganz vielen Backpackern die am Flughafen schlafen - hab ich also auch gemacht, bzw. versucht, bevor ich dann in mein kuschlig warmes Hostel gezogen bin. Nach meinen ersten Tagen hier hab ich schon wieder einiges an Geld ausgegeben und meinen Rucksack mit wärmerer Kleidung gefüllt, damit meine Gesundheit nicht noch dem Klima zum Opfer wird.

Am Sonntag gehts dann für mich auch schon weg aus Christchurch, das aufgrund der starken Erdbeben wohl schon sehr viel seiner Unterhaltungsindustrie in der Innenstadt einbüßen musste. Diese ist nämlich zur Zeit zum großen Teil komplett abgesperrt und sichtbar sind nur ein paar Kräne und zerstörte Gebäude (Bilder folgen, irgendwann). Von daher ist die Stadt nicht mehr viel mehr als ein Sprungbrett für Reisende, welche die Südinsel erkunden wollen.

Sonntag, 17. Juni 2012

Red Center Stories II (dwa)

Die Sonne schiebt sich langsam, wie ein Wombat das sich gerade aus dem Schlaf erhebt, am Horizont empor und taucht die australische Landschaft in ein sanftes rot, bei dem der Finger jedes Hobby-Spiegelreflex Fotografens einer Nähmaschine gleich auf den Auslöser drücken würde. (Oder er wäre schlau genug Serienbild einzustellen, bei einer überraschend überwältigenden Schönheit darf das aber auch vergessen werden.)

Richards Blick kennt jedoch nur die vor ihm liegende Straße. Mit seinen 61 Jahren hat er gelernt, dass Kängurus genauso gerne mitten auf der Straße die Natur anschauen wie Touristen, die gerade aus ihren großen gemieteten Wohnmobilen gesprungen kommen. Beide sind nicht so einfach von der Straße zu kratzen, wie er weiß und deshalb richtet sich jetzt seine ganze Aufmerksamkeit auf den Asphalt vor seinem weißen Ute(eine Art Pick-up Truck). Aus seinem Radio klingt derweil die sanft kanadische Stimme von Alanis Morissette - er mag kanadische Sängerinnen. Er mag Kanada allgemein. Das ist auch der Grund warum er vor einigen Jahren eine 38 jährige Kanadierin geheiratet hat. Komische Blicke hat er dafür natürlich bekommen, sie so jung und er so vermeintlich alt, aber es war ihm egal. Vor einigen Monaten hat sie ihm dann sogar ein paar Zwillinge geschenkt, die damit genauso alt sein werden wie sein Enkel, der Sohn, seines Sohnes aus der vorherigen Ehe. Ein kleines Lächeln blitzt ihm durchs Gesicht. In was für einer interessanten Welt wir doch leben.

Als einige Stunden später das große Wombat am Himmel beginnt sich schlafen zu legen, erreicht Richard das Erldunda Roadhouse, 200km vor Alice Springs. Nichts ahnend springt er an der Tankstelle aus seinem Ute und befördert den Zapfsäulenschlauch in das Zapfsäulenschlauchloch seines Wagens.

Plötzlich steht da ein Junge neben ihm. Braune Haare, in etwa so groß wie er, aber nicht gerade australisch anmutend. Der Junge fragt ihn ob er zufällig nach Alice Springs fährt und sie die 200km bis dahin abschleppen könnte, da scheinbar ihr Wagen den Geist aufegegeben hat.

Richard lacht in sich hinein. Vor einigen Monaten hatte er schon einmal genau die gleiche Situation, ein junger Kerl mitten im Outback liegen geblieben. Er wägt ab wie lange er noch bis zu seinem Ziel, Tennant Creek, brauchen wird und wie viel länger es wohl dauert wenn er das Auto abschleppt. Da die Sonne allerdings sowieso schon dahin schwindet und er dann auf der Fahrt zumindest ein bisschen Ablenkung von der Einsamkeit hat, beschließt er den Jungen, der sich als Lucas vorstellt, zu helfen.

Als er zu dem Auto kommt, sieht er noch 3 andere Leute dort warten: Ein Mädchen, einen anderen Jungen, sowie einen älteren kleinen Mann. Das Mädchen und der Junge stellen sich kurz als die Mitreisenden vor und helfen dann das Abschleppseil an dem Ute zu befestigen. Richard hat einen freien Platz in seinem Ute und beschließt, dass Lucas wahrscheinlich am geeignetsten ist um sein liegengebliebenes Auto zu lenken, dem Mädchen wäre wohl etwas unwohl mit einem fremden 200km allein in einem Auto zu sitzen und so sagt er dem Jungen mit der Zottelmähne, dass er mit bei ihm einsteigen kann, um die Gewichtverlagerung zumindest etwas zu verbessern.

Die Fahrt geht recht schnell dahin, ein bisschen Small-Talk hier, ein paar Witze da und erstaunlicherweise keine Kängurus auf der gesamten Straße. Kurz vor Alice Springs fällt Richard ein, dass er seinen alten Freund Chris Coulthard, der eine Werkstatt in Alice besitzt, anrufen kann, um den Backpackern schnellstmöglich weiter zu helfen. Chris hört sich am Telefon etwas niedergeschlagen an, aber trotzdem erlaubt er Richard das Auto der Backpacker auf das Gelände der Werkstatt zu stellen, wo es zumindest einigermaßen sicher ist.

Gesagt, getan. Die Backpacker wirken trotz des kaputten Autos irgendwie glücklich und danken Richard für das abschleppen. Sie wollen ihm sogar Geld dafür geben. Richard weiß allerdings, wie knapp am Limit das Leben als Reisender sein kann und so lehnt er nur dankend ab, wünscht ihnen viel Glück und setzt seinen Weg durch die Nacht alleine fort.

Als er eine Woche später wieder zurück in den Süden fährt, beschließt er kurz bei der Werkstatt vorbei zu schauen. Er sieht dort auch das leere Auto der Backpacker und fragt Chris was mit ihnen passiert ist. Chris erklärt ihm, dass wohl das Geld zu knapp war um es reparieren zu lassen und so hat er es Lucas für 400 Euro abgekauft und sie sind mit Sack und Pack von dannen gezogen.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Red Center Stories I (ras)


Shane wacht auf, dass macht er normale Weise jeden Morgen und wie ebenfalls jeden Morgen zeigt die Uhr auf seinem iPhone 4:30 Uhr an. Zu früh, wie er sich selbst immer wieder sagt. Zu spät, wie der Wecker sagt, der schon seit gut einer halben Stunde versucht ihn zu wecken. Nach ein bisschen Augen wischen und dem ersten zaghaften Bettdecke lüften, kommt die allmorgendliche Qual der Wahl: Was ist heute unwichtig? Die täglich alternierende Morgenhygieneausfallroutine trifft das Rasieren und beschränkt das Zähneputzen auf ein paar Kaugummis. Nachdem das entschieden ist, trifft sein suchender Blick im Zimmer auf einen großen, von Textilien geformten Haufen, unter dem durchaus das Kätzchen vergraben liegen könnte, dass er von seinen Eltern in victoria geschenkt bekommen hat um ihn in der Einsamkeit des Outbacks zu unterhalten. Der Berg erinnert ihn allerdings auch, dass da ja auch noch was mit Wäsche machen war, naja und mit Wäschekorb kaufen.

Ist aber erstmal egal, Unterhose ist Unterhose, und Socken sind Socken, der rote Sand lässt das eh alles irgendwann gleich aussehen. Das einzige Probleme ist jetzt noch sein Arbeitsshirt – ein schwarzes Polohemd mit dem Schriftzug: Emu-Tours und dem wunderbaren Bild eines der dümmsten Tiere dieses Kontinents. Der vortägige Barbesuch hatte dem Hemd eindeutig nicht gut getan – Biergeruch und Flecken die von vielen Dingen hätten sein können sind Abzeichen, von denen er blöderweise schon viel zu viele auf seinem Fußboden hat. Er beschließt vorerst das Hemd in seinen Rucksack zu werfen und sich stattdessen ein schwarzes Werbe-Shirt irgendeiner Bierfirma überzuziehen.

Immerhin bringt er nur ein paar blöde Backpacker zum Uluru, erklärt ihnen wo was ist, schläft eine Runde im Bus, fährt sie zu Kata-Tjuta, schläft im Bus, fährt sie zum Sonnenuntergangsaussichtpunkt, tut so als ob er sehr müde ist und sich das Ganze leider nicht angucken kann, schläft im Bus und fährt die möchtegern Alternativ-Touristen wieder zurück in ihre Hostels. Am Ende des Tages ist seine Gesamtschlafzeit dann immerhin doch noch bei meist 5 Stunden angekommen und so beschließt er in die nächste Bar zu gehen.

Bevor es soweit ist, muss er jetzt aber erstmal en Tag anfangen, wer weiß was heute wieder schief läuft. Er holt schnell den Emu-Tours-Kleinbus und belädt ihn anschließend mit einem Rudel Rucksacktouristen, von denen sich die Hälfte auf deutsch und die andere auf französisch unterhält. Soweit also alles beim Alten. Bis jetzt hat es auch noch keinen gestört das auf seinem Shirt nur eine große Bierdose erkennbar ist. Bloß der Boss sollte das nicht bemerken, aber das packt er schon irgendwie.

Mit ein bisschen gute Laune Musik von Jack Johnsen beginnt er also einen weiteren Arbeitstag in dem verdammten Nichts Australiens, das alles Menschen nur wegen diesem verdammten Stein sehen wollen. Aber solange sie ihm damit helfen mehr Geld für seine geplanten Trips durch Europa zu finanzieren hat er eigentlich kein Problem damit.

Der Bus voll schläfriger Backpackys lässt schnell Alice Springs hinter sich und biegt nach etwa 200km auf den Lasseter HIghway Richtung Uluru-Kata-Tjuta ab. Ein Phänomen der Outbackstraßen sind sporadisch auftauchenden Autowracks, von denen jedes seine eigene Geschichte erzählt. Shane mag sie irgendwie, sie geben dem Ganzen ein bisschen adventurösen Flair.

Als er die zwei Backpacker auf dem Seitenstreifen der anderen Straßenseite stehen sieht und bemerkt, dass die Motorhaube ihres Ford Falcons geöffnet ist, ist er schon ziemlich sicher das dort demnächst ein neues Wrack seine Geschichte erzählen wird. Die beiden Backpacker, der eine mit braunen halblangen und der andere mit ziemlich verwirrten blonden Haaren scheinen zumindest nicht allzu viel von Autos zu wissen, so wie sie da ratlos vor der Motorhaube stehen. All das sollte allerdings jetzt nicht sein Problem sein und so fuhr er ohne zu bremsen weiter.

Zeit ist Zeit ist Zeit ist Vergangenheit, wenn der große Felsen langsam im dunkel der Nacht verschwindet und seine orange Sonnenuntergangsfarbe verliert. Zeit nach Hause zu fahren, dass Bier wartet schon. Noch einmal auftanken am Erldunda Roadhouse, welches sich an der Abbiegung des Lasseter Highways in Richtung Alice Springs befindet und ein weiterer Tag ist vorbei, denkt sich Shane voller Zufriedenheit.

Schon als er auf den asphaltierten Teil des Roadhouses einbiegt bemerkt Shane den Ford Falcon und die beiden Backpacker vom Morgen an der Seite stehen. An dem Auto ist nun auch ein Seil, bzw. Eine Ansammlung von Knoten gebunden, welches scheinbar als Abschleppseil dient. Good on ya, denkt Shane nur, als er weiter zu Zapfsäule fährt. Die meisten Backpacker in seinem Bus waren schon wieder eingeschlafen und wer jetzt nicht aufstand um auf Toilette zu gehen würde wohl einfach bis Alice durchschlafen müssen, er zumindest hatte keine Lust auf eine weitere Pinkelpause.

Mehr oder weniger so kam es dann auch. Am Absetzpunkt wartete allerdings auch Shanes Chef und voller Panik riss er schnell seinen Rucksack mit beinhaltendem Arbeitsshirt auf, allerdings stieg ihm nun nicht nur der Biergeruch des Hemdes sondern auch noch der unheil verkündene Duft organischen Katzenabfalles in die Nase und sein kleines 20 Wochen altes Kätzchen begrüßte ihn mit einem vorwurfsvollem Blick und einem Miau, dass wohl equivalent zu der Lautstärke des kleinen knurrenden Magens war. Ein bisschen hin und her gerissen zwischen Schuldigkeitsgefühl und Wut schließt er schnell den Rucksack wieder und stellt sich seinem Chef.

Nach der etwas peinlichen Erklärung warum er irgendein verranztes Werbeshirt einer Bierfirma an hat und der Bus plötzlich nach Katze riecht, steht Shane nun außen am Bus zum Strafputzen, während sein Kätzchen im Inneren die Reißfestigkeit der Sitzbezüge überprüft. Dann wohl heute doch kein Bier, denkt er nur betrübt und blickt plötzlich etwas verwundert in Richtung Hauptstraße. Da fährt doch tatsächlich ein weißer Geländewagen vorbei der mitten in der Nacht ein Auto abschleppt. Naja, nicht irgendein Auto, es ist mal wieder der Ford Falcon, inklusive Backpacker. Ein bisschen erstaunt, aber vor allem erheitert über diese Backpacker und wie sie ihr Auto irgendwie nicht los lassen wollen, fängt Shane an in sich hinein und danach aus sich heraus zu lachen.