Donnerstag, 29. Dezember 2011

Novelus Australius II (due)

Novelus Australius I (uno) gibts hier.

Eigentlich begann ja alles mit meinem Auszug aus Childers, ja ich nenne es aus gutem Grund Auszug und denke dabei nicht an die Art mit gepackten Kisten und vollen Autos. Viel mehr an einen festlichen Auszug, mit Fanfaren und Menschenmengen die einem zujubeln. Natürlich hat meinen festiven Auszug niemand in Childers bemerkt, außer mir, denn in meinem Kopf gab es quasi ein Auszugsfeuerwerk, das auch Amerikaner am 04. Juli noch in Staunen versetzt hätte.
Nach dieser ganzen kopflastigen Aufregung gab es erstmal eine Mütze Schlaf im Bus nach Rainbow Beach, der Ort, an dem ich meine Schwester und einen Freund von ihr treffen sollte, um dann die nächsten Wochen gemeinsam einige Touren zu unternehmen.

Nach einer nicht wirklich aufregenden Busfahrt (Das einzig besondere war der leichte Uringeruch, den Bustoiletten nunmal ausstrahlen, wenn sie innerhalb von 16 Stunden recht regelmäßig von vornehmlich weiblichen Busgästen frequentiert werden. Obwohl, eigentlich müsste es ja dann mehr nach Regenbogen riechen. Wahrscheinlich nehmen wir das einfach nur nicht wahr, weil wir noch nie Gelegenheit hatten nah genug an einen heran zu kommen, um dann dessen Geruchsmoleküle aufs Äußerste in unseren sensitiven Sinnesorganen zu untersuchen. Ich hatte im Bus also die einzigartige Gelegenheit, der Wissenschaft einen großen Dienst zu erweisen, in dem ich heraus finde, auf welcher Geruchsebene sich der Regenbogenduft befand. Das Ergebnis war durchaus erstaunlich, Regenbogen riechen nach..... Pipi. Wer hätte das gedacht? Dabei wirken die immer so lieb und knuffig.) kam ich dann irgendwann zu früh in Rainbow an (vervollständigt dieses Satzfragment ohne dabei wieder an den Anfang des Absatzes zu gucken... Was? Ihr habt schon hingeguckt? Ihr schuldet mir alle einen Keks!).

Erstaunlicherweise roch Rainbow Beach nicht nach Regenbogen. War dieser Name etwa nur eine weitere Lüge der australischen Landkarte? So wie Surfer's Paradise oder Lake Disappointment? Vielleicht, aber das dürft ihr selber raus finden. Ich jedenfalls hatte die Ehre, noch 3 Stunden bis zur Check-In Zeit zu warten und weiß wie immer nicht, wie ich das ohne Schlafen geschafft habe. Kaum eingecheckt, testete ich jedoch auch gleich die Matratze des von mir ausgesuchten Bettgestänges auf seine Schlafkapazitäten.

Wie so oft wurde ich irgendwann von meinem Handy aus dem Schlaf gerissen, ohne jedoch fähig zu sein, den störenden Anruf entgegenzunehmen. Nach weiteren zwanzig Minuten des komatösen auf dem Bett herum Gerolle, kam dann ein weiterer Anruf und die für mich doch recht harsche Aufforderung, die anderen beiden sofort am Hosteleingang abzuholen und ihnen ihr Zimmer zu zeigen. Hätte ich auch gar nicht so schnell machen müssen, denn sie mochten das Zimmer sowieso nicht und beschlossen mich zu kidnappen und mit ihnen in Debbie's Place, quasi der halb Nobelabsteige schlechthin in Rainbow, unterzurbringen.

Debbie war eine durchaus nette ältere Frau, die uns stolz von ihren Fischfängen berichtete und einen kleinen Hund in Windeln beheimatete. Dessen Name war Suzitoo, nicht Suzitwo, wie sie uns erklärte, sonst wäre die arme Windelpuperin ja beleidigt. Naja, auf jeden Fall war ich gezwungen nach 5,5 Wochen in einem Zelt nun in einem großen weichen Bett ohne andere schnarchende Backpacker und mit separater, sauberer Dusche zu schlafen. Die absolute Hölle, wie ihr euch vorstellen könnt. Aber zum Glück hatte ich die Gewissheit, dass wir am nächsten Tag nach Fraser Island fahren und das mich dort mein Campingleben wieder haben würde.

Was uns dort alles wiederfuhr und warum wir überhaupt noch am Leben sind, erfahrt ihr das nächtste Mal. Gleiche Welle, gleiche Stelle Kinners.