Novelus Australius I (uno)
Novelus Australius II (due)
Für Fraser Island hatten wir eine Guided Self-Drive Tour gebucht. Was das genau hieß, erfuhren wir bereits bei der fast multimedialen Einführung am Vorabend, die mich in Bezug auf Länge und Moral schon irgendwie an eine Grundschullehreransprache vor dem Ausflug in einen Zoo erinnerte. “Füttert keine Dingos, sonst nehmen sie euer ganzes Essen und ihr müsst verhungern!” “Geht nicht ins Meer, sonst fressen euch die Haie oder die Quallen töten euch!” “Fahrt nicht schneller als 60 km/h und fahrt nicht ins Salzwasser, sonst kommt eine Welle und wirft euer Auto um!” All das hätte selbstverständlich den Tod zu Folge, was wiederrum die Frage aufwarf, warum wir 340 Dollar gezahlt haben um jeden Moment sterben zu können. Auf der anderen Seite kann man in Australien aber sowieso jeden Moment durch einen blöden Zufall sterben.
Ich versuche kurz eine solche Situation zu konstruieren:
Eine Familie aus Melbourne, nennen wir sie Koala, ist im Urlaub im Outback mit ihrem großen dicken 4WD(Allrad-Auto). Der kleine Junge der Koalas findet den roten Sand so toll, dass er seinen kleinen blauen Plastikeimer mit seiner kleinen rosa Plastikschaufel auffüllt. (Die Eltern haben das Spielzeug von einer Großtante geschenkt bekommen, die sich nicht erinnern konnte ob das Kind ein Junge oder Mädchen ist.) Nach ihrem tollen Urlaub und höllischen Sonnenbrand fahren die Koalas zurück nach Melbourne in ihr nettes kleines Vorstadthaus mit dem kleinen Garten und natürlich Pool.
Klein-Koala beschließt in der nächsten Woche seinen tollen blauen Eimer mit dem tollen roten Sand mit in den Kindergarten zu nehmen, um den anderen Kindern was davon in die Augen zu werfen, oder so ähnlich. Plötzlich sieht er aber das der kleine Dan Kookaburra, der im selben Kindergarten ist, einen echten Schildkrötenpanzer dabei hat, der natürlich wesentlich interessanter ist und so bleibt das Sandeimerchen unbeachtet in der Ecke stehen.
(Großaufnahme Sandeimer)
Langsam, ganz langsam bildet sich ein winziges Loch in dem Sand und ein kleiner Reptilienkopf kommt zum Vorschein. (Nein, kein Krokodilkopf. Die leben doch gar nicht im Outback!) Es ist eine kleine aber wie immer durchaus tödliche Schlange, die der Größe nach überhaupt nichts größeres als einen Marienkäfer essen kann, aber vom Giftgrad her unter der Bushregierung als Massenvernichtungswaffe deklariert worden wäre. Ja, Australien hat ganz schön Glück, dass George wahrscheinlich nicht mal weiß, dass es das Land gibt. Naja, die Schlange beschließt jedenfalls spontan aus dem Eimer heraus zu springen und schlängelt sich durch den nächsten Lüftungsschacht in die Freiheit der Melbourner Vorstadtidylle.
Ziellos und unbemerkt, aber immerhin ein paar tote Oppossums hinterlassend, schlängelt sie zufällig direkt auf ein Hostel zu. Da sie allerdings keine Ahnung vom Straßenverkehr hat, schaut sie nicht nach rechts und links und wird so auf halber Strecke von dem 4WD der Koalas überfahren, die ihren Sohn schnell zu einem Arzt bringen müssen, weil er mit seinem Kopf im Schildkrötenpanzer der Kookaburras fest steckt. So hatten noch einmal alle Backpacker Glück und können fröhlich auf die nächste Todesgefahr warten.
Alle Backpacker? Nein, denn als die Schlange überfahren wurde, zerplatzte ihr Giftbeutel und ein kleiner Tropfen des Giftes flog direkt in Richtung des Fast Food Restaurants, das strategisch klug neben dem Hostel eingezogen ist. Dieser winzige Tropfen landete nun als auf dem Schnell-Mahl eines Backpackers, der einfach mal zu faul war bis zum nächsten Supermarkt zu gehen und sich sein Essen für den halben Preis selbst zu machen.
Was lehrt uns diese Geschichte? Das wahrscheinlich alle Australier oder Menschen mit Wissen über Schlangen, meine absurden Vorstellungen über die australische Todesfauna widerlegen könnten, oder euch einfach erzählen das es wesentlich einfacher sein kann zu sterben.
Ihr habt jetzt quasi überhaupt nichts über Fraser Island erfahren, das ist mir durchaus nicht entgangen, aber mein Kopf wollte gerade diese Geschichte schreiben und deswegen müsst ihr jetzt damit leben :D
Freitag, 30. Dezember 2011
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Novelus Australius II (due)
Novelus Australius I (uno) gibts hier.
Eigentlich begann ja alles mit meinem Auszug aus Childers, ja ich nenne es aus gutem Grund Auszug und denke dabei nicht an die Art mit gepackten Kisten und vollen Autos. Viel mehr an einen festlichen Auszug, mit Fanfaren und Menschenmengen die einem zujubeln. Natürlich hat meinen festiven Auszug niemand in Childers bemerkt, außer mir, denn in meinem Kopf gab es quasi ein Auszugsfeuerwerk, das auch Amerikaner am 04. Juli noch in Staunen versetzt hätte.
Nach dieser ganzen kopflastigen Aufregung gab es erstmal eine Mütze Schlaf im Bus nach Rainbow Beach, der Ort, an dem ich meine Schwester und einen Freund von ihr treffen sollte, um dann die nächsten Wochen gemeinsam einige Touren zu unternehmen.
Nach einer nicht wirklich aufregenden Busfahrt (Das einzig besondere war der leichte Uringeruch, den Bustoiletten nunmal ausstrahlen, wenn sie innerhalb von 16 Stunden recht regelmäßig von vornehmlich weiblichen Busgästen frequentiert werden. Obwohl, eigentlich müsste es ja dann mehr nach Regenbogen riechen. Wahrscheinlich nehmen wir das einfach nur nicht wahr, weil wir noch nie Gelegenheit hatten nah genug an einen heran zu kommen, um dann dessen Geruchsmoleküle aufs Äußerste in unseren sensitiven Sinnesorganen zu untersuchen. Ich hatte im Bus also die einzigartige Gelegenheit, der Wissenschaft einen großen Dienst zu erweisen, in dem ich heraus finde, auf welcher Geruchsebene sich der Regenbogenduft befand. Das Ergebnis war durchaus erstaunlich, Regenbogen riechen nach..... Pipi. Wer hätte das gedacht? Dabei wirken die immer so lieb und knuffig.) kam ich dann irgendwann zu früh in Rainbow an (vervollständigt dieses Satzfragment ohne dabei wieder an den Anfang des Absatzes zu gucken... Was? Ihr habt schon hingeguckt? Ihr schuldet mir alle einen Keks!).
Erstaunlicherweise roch Rainbow Beach nicht nach Regenbogen. War dieser Name etwa nur eine weitere Lüge der australischen Landkarte? So wie Surfer's Paradise oder Lake Disappointment? Vielleicht, aber das dürft ihr selber raus finden. Ich jedenfalls hatte die Ehre, noch 3 Stunden bis zur Check-In Zeit zu warten und weiß wie immer nicht, wie ich das ohne Schlafen geschafft habe. Kaum eingecheckt, testete ich jedoch auch gleich die Matratze des von mir ausgesuchten Bettgestänges auf seine Schlafkapazitäten.
Wie so oft wurde ich irgendwann von meinem Handy aus dem Schlaf gerissen, ohne jedoch fähig zu sein, den störenden Anruf entgegenzunehmen. Nach weiteren zwanzig Minuten des komatösen auf dem Bett herum Gerolle, kam dann ein weiterer Anruf und die für mich doch recht harsche Aufforderung, die anderen beiden sofort am Hosteleingang abzuholen und ihnen ihr Zimmer zu zeigen. Hätte ich auch gar nicht so schnell machen müssen, denn sie mochten das Zimmer sowieso nicht und beschlossen mich zu kidnappen und mit ihnen in Debbie's Place, quasi der halb Nobelabsteige schlechthin in Rainbow, unterzurbringen.
Debbie war eine durchaus nette ältere Frau, die uns stolz von ihren Fischfängen berichtete und einen kleinen Hund in Windeln beheimatete. Dessen Name war Suzitoo, nicht Suzitwo, wie sie uns erklärte, sonst wäre die arme Windelpuperin ja beleidigt. Naja, auf jeden Fall war ich gezwungen nach 5,5 Wochen in einem Zelt nun in einem großen weichen Bett ohne andere schnarchende Backpacker und mit separater, sauberer Dusche zu schlafen. Die absolute Hölle, wie ihr euch vorstellen könnt. Aber zum Glück hatte ich die Gewissheit, dass wir am nächsten Tag nach Fraser Island fahren und das mich dort mein Campingleben wieder haben würde.
Was uns dort alles wiederfuhr und warum wir überhaupt noch am Leben sind, erfahrt ihr das nächtste Mal. Gleiche Welle, gleiche Stelle Kinners.
Eigentlich begann ja alles mit meinem Auszug aus Childers, ja ich nenne es aus gutem Grund Auszug und denke dabei nicht an die Art mit gepackten Kisten und vollen Autos. Viel mehr an einen festlichen Auszug, mit Fanfaren und Menschenmengen die einem zujubeln. Natürlich hat meinen festiven Auszug niemand in Childers bemerkt, außer mir, denn in meinem Kopf gab es quasi ein Auszugsfeuerwerk, das auch Amerikaner am 04. Juli noch in Staunen versetzt hätte.
Nach dieser ganzen kopflastigen Aufregung gab es erstmal eine Mütze Schlaf im Bus nach Rainbow Beach, der Ort, an dem ich meine Schwester und einen Freund von ihr treffen sollte, um dann die nächsten Wochen gemeinsam einige Touren zu unternehmen.
Nach einer nicht wirklich aufregenden Busfahrt (Das einzig besondere war der leichte Uringeruch, den Bustoiletten nunmal ausstrahlen, wenn sie innerhalb von 16 Stunden recht regelmäßig von vornehmlich weiblichen Busgästen frequentiert werden. Obwohl, eigentlich müsste es ja dann mehr nach Regenbogen riechen. Wahrscheinlich nehmen wir das einfach nur nicht wahr, weil wir noch nie Gelegenheit hatten nah genug an einen heran zu kommen, um dann dessen Geruchsmoleküle aufs Äußerste in unseren sensitiven Sinnesorganen zu untersuchen. Ich hatte im Bus also die einzigartige Gelegenheit, der Wissenschaft einen großen Dienst zu erweisen, in dem ich heraus finde, auf welcher Geruchsebene sich der Regenbogenduft befand. Das Ergebnis war durchaus erstaunlich, Regenbogen riechen nach..... Pipi. Wer hätte das gedacht? Dabei wirken die immer so lieb und knuffig.) kam ich dann irgendwann zu früh in Rainbow an (vervollständigt dieses Satzfragment ohne dabei wieder an den Anfang des Absatzes zu gucken... Was? Ihr habt schon hingeguckt? Ihr schuldet mir alle einen Keks!).
Erstaunlicherweise roch Rainbow Beach nicht nach Regenbogen. War dieser Name etwa nur eine weitere Lüge der australischen Landkarte? So wie Surfer's Paradise oder Lake Disappointment? Vielleicht, aber das dürft ihr selber raus finden. Ich jedenfalls hatte die Ehre, noch 3 Stunden bis zur Check-In Zeit zu warten und weiß wie immer nicht, wie ich das ohne Schlafen geschafft habe. Kaum eingecheckt, testete ich jedoch auch gleich die Matratze des von mir ausgesuchten Bettgestänges auf seine Schlafkapazitäten.
Wie so oft wurde ich irgendwann von meinem Handy aus dem Schlaf gerissen, ohne jedoch fähig zu sein, den störenden Anruf entgegenzunehmen. Nach weiteren zwanzig Minuten des komatösen auf dem Bett herum Gerolle, kam dann ein weiterer Anruf und die für mich doch recht harsche Aufforderung, die anderen beiden sofort am Hosteleingang abzuholen und ihnen ihr Zimmer zu zeigen. Hätte ich auch gar nicht so schnell machen müssen, denn sie mochten das Zimmer sowieso nicht und beschlossen mich zu kidnappen und mit ihnen in Debbie's Place, quasi der halb Nobelabsteige schlechthin in Rainbow, unterzurbringen.
Debbie war eine durchaus nette ältere Frau, die uns stolz von ihren Fischfängen berichtete und einen kleinen Hund in Windeln beheimatete. Dessen Name war Suzitoo, nicht Suzitwo, wie sie uns erklärte, sonst wäre die arme Windelpuperin ja beleidigt. Naja, auf jeden Fall war ich gezwungen nach 5,5 Wochen in einem Zelt nun in einem großen weichen Bett ohne andere schnarchende Backpacker und mit separater, sauberer Dusche zu schlafen. Die absolute Hölle, wie ihr euch vorstellen könnt. Aber zum Glück hatte ich die Gewissheit, dass wir am nächsten Tag nach Fraser Island fahren und das mich dort mein Campingleben wieder haben würde.
Was uns dort alles wiederfuhr und warum wir überhaupt noch am Leben sind, erfahrt ihr das nächtste Mal. Gleiche Welle, gleiche Stelle Kinners.
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Novelus Australius I (uno)
Es war ein heißer Morgen, ein sehr heißer Morgen, so heiß wie Morgende in Cairns zu sein pflegen wenn man vor die Tür des Hostelzimmers tritt. Ich war aber nicht vor, sondern in meinem Hostelzimmer und es war trotzdem heiß. Dies war wohl auch der Grund warum ich mich vor wenigen Stunden meiner Schlafunterhose (welche sich nicht von Nicht-Schlafunterhosen unterscheidet) entledigt hatte und nun nackt und schwitzend auf dem Bett lag.
In meinem Kopf gab es nicht viele Gedanken außer WARM! WARM! WARM!, naja da war noch Heiß!, allerdings nicht ganz so laut, da "warm" auch meine englische Stimme im Kopf verstand.
Nach und nach schlich sich eine weitere Stimme hinzu, erst ganz langsam und leise, wie eine Maus die versucht möglichst unauffällig ein Stück Knäckebrot zu essen. Dann wurde sie jedoch durch den Widerhall in meinem Kopf, der wohl der vielen heißen Luft des Morgens geschuldet war, immer lauter und lauter auf meine mentalen Gehörgänge projeziert, so als ob die Maus beschlossen hat ihre ganze Familie herbei zu rufen und mit deren Hilfe einen Vorschlaghammer auf das Knäckebrot zu schmettern, welches dadurch nicht nur in tausend Einzelteile zerprang, sondern sich erst viele Stockwerke tiefer auf solidem Grund wiederfand und lediglich ein tausend Knäckebrotkrümel großes Loch im Fußboden hinterließ.
Was die Stimme sagte, klang fast genau so tief wie der Knäckebrotfall, es war: “WASSER”.
Wo gibt es also an so einem Morgen möglichst schnell, möglichst viel Wasser? Ich sah mich im Raum um, die Wasserflasche: leer, Waschbecken im Zimmer: Fehlanzeige, Wasserflaschen anderer Personen: Ich war der verdammt Einzige in dieser Sauna und der Duft des letzten Aufgusses war irgendwas zwischen Schweiß und Pizza, was wohl dem vorangegangen All you can eat Pizza Abendbrot geschuldet war. Dann erspähten meine vom Schweiß brennenden Augen die Lösung: BADEHOSE! (Okay, wenn ich mich bis zum Pool bewegen kann, kann ich mich auch bis zum nächsten Wasserhahn oder zur Dusche bewegen, aber ich hätte mich für beides sowieso anziehen müssen, von daher war das also das Optionsoptimum.)
Ich begann also gerade mir meine Badehose auf dem Bett liegend über die Knöchel zu streifen, als ich das Klicken des Türschlosses hörte. Panisch und noch nicht einmal nur halb nackt, versuchte ich den schnellsten Weg meiner Beine durch die Badehose zu finden, was allerdings auch nur bis zu den Kniekehlen gelang, dann öffnete sich die Tür. Alles was mir übrig blieb war die Taktik des überraschten Ausrufes, welcher die Tür veranlassen sollte, möglichst schnell ihre Richtung zu ändern. Ich rief also die erst beste Überraschungsbuchstabensammlung die mir einfiel: “woohw” (nicht wau, sondern wirklich woohw, inklusive stimmlosen “h”). Auf der anderen Seite der Tür stand die Putzfrau, oder besser Putzmädchen (lässt mich auch nicht ganz so schlecht dastehen), die ebenfalls die Technik des überraschten Ausrufes beherrschte, allerdings eher: “oh”. Das war auch die ganze Kommunikation die wir führen konnten, bevor sie mit einem etwas beschämten Blick, der von einem leicht belustigten Lächeln untermalt wurde, die Tür wieder schloss.
Wie es zu diesem Morgen in diesem Hostelzimmer kommen konnte, erfahrt ihr dann in den nächsten Tagen, ich garantiere allerdings nicht, das ich immer Lust habe so ewig lang alle Gegebenheiten und Umstände zu umschreiben. Das kommt allerdings auch euch zu Gute, weil sonst könntet ihr euch das gleich ausdrucken und zum Buchbinder geben um Lektüre für den nächsten Monat zu haben.
In meinem Kopf gab es nicht viele Gedanken außer WARM! WARM! WARM!, naja da war noch Heiß!, allerdings nicht ganz so laut, da "warm" auch meine englische Stimme im Kopf verstand.
Nach und nach schlich sich eine weitere Stimme hinzu, erst ganz langsam und leise, wie eine Maus die versucht möglichst unauffällig ein Stück Knäckebrot zu essen. Dann wurde sie jedoch durch den Widerhall in meinem Kopf, der wohl der vielen heißen Luft des Morgens geschuldet war, immer lauter und lauter auf meine mentalen Gehörgänge projeziert, so als ob die Maus beschlossen hat ihre ganze Familie herbei zu rufen und mit deren Hilfe einen Vorschlaghammer auf das Knäckebrot zu schmettern, welches dadurch nicht nur in tausend Einzelteile zerprang, sondern sich erst viele Stockwerke tiefer auf solidem Grund wiederfand und lediglich ein tausend Knäckebrotkrümel großes Loch im Fußboden hinterließ.
Was die Stimme sagte, klang fast genau so tief wie der Knäckebrotfall, es war: “WASSER”.
Wo gibt es also an so einem Morgen möglichst schnell, möglichst viel Wasser? Ich sah mich im Raum um, die Wasserflasche: leer, Waschbecken im Zimmer: Fehlanzeige, Wasserflaschen anderer Personen: Ich war der verdammt Einzige in dieser Sauna und der Duft des letzten Aufgusses war irgendwas zwischen Schweiß und Pizza, was wohl dem vorangegangen All you can eat Pizza Abendbrot geschuldet war. Dann erspähten meine vom Schweiß brennenden Augen die Lösung: BADEHOSE! (Okay, wenn ich mich bis zum Pool bewegen kann, kann ich mich auch bis zum nächsten Wasserhahn oder zur Dusche bewegen, aber ich hätte mich für beides sowieso anziehen müssen, von daher war das also das Optionsoptimum.)
Ich begann also gerade mir meine Badehose auf dem Bett liegend über die Knöchel zu streifen, als ich das Klicken des Türschlosses hörte. Panisch und noch nicht einmal nur halb nackt, versuchte ich den schnellsten Weg meiner Beine durch die Badehose zu finden, was allerdings auch nur bis zu den Kniekehlen gelang, dann öffnete sich die Tür. Alles was mir übrig blieb war die Taktik des überraschten Ausrufes, welcher die Tür veranlassen sollte, möglichst schnell ihre Richtung zu ändern. Ich rief also die erst beste Überraschungsbuchstabensammlung die mir einfiel: “woohw” (nicht wau, sondern wirklich woohw, inklusive stimmlosen “h”). Auf der anderen Seite der Tür stand die Putzfrau, oder besser Putzmädchen (lässt mich auch nicht ganz so schlecht dastehen), die ebenfalls die Technik des überraschten Ausrufes beherrschte, allerdings eher: “oh”. Das war auch die ganze Kommunikation die wir führen konnten, bevor sie mit einem etwas beschämten Blick, der von einem leicht belustigten Lächeln untermalt wurde, die Tür wieder schloss.
Wie es zu diesem Morgen in diesem Hostelzimmer kommen konnte, erfahrt ihr dann in den nächsten Tagen, ich garantiere allerdings nicht, das ich immer Lust habe so ewig lang alle Gegebenheiten und Umstände zu umschreiben. Das kommt allerdings auch euch zu Gute, weil sonst könntet ihr euch das gleich ausdrucken und zum Buchbinder geben um Lektüre für den nächsten Monat zu haben.
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Me(e/h)r sehn
Es ist soweit, es ist soweit: Morgen werde ich in aller Frühe (4 am) Childers verlassen und and e Küste nach Rainbow Beach aufbrechen. Da werde ich mich dann auch mit meiner ältesten (aber nicht größten) Schwester treffen, die schon ganze 24 Lenze hinter sich und ca. hundert Mal so viel Geld wie ich auf dem Konto hat :D Deshalb hat sie beschlossen ihren Weihnachtsurlaub hier unten zu verbringen - gut für mich, weil so komm ich ganz gemütlich bis nach Cairns hoch und muss auch die Feiertage nicht ganz ohne familiäre Personen verbringen.
Meine andere Schwester (ich habe nämlich genau zwei davon) verbringt ihre Feiertage wohl etwas abgeschiedener, allerdings weiß ich das auch nicht so genau,denn sie ist gerade mitten in Burkina Faso(das ist in Afrika liebe Leute). Was sie da so treibt und wie das Leben da allgemein ist, könnt ihr auch in ihrem Blog lesen: http://savannenstaub.blogspot.com/
In gewisser scheint das Leben da durchaus interessanter, bzw. abenteuerlicher zu sein als in Australien. Trotzdem haben wir noch mehr tödliche Tiere hier :)
Ab morgen endlich wieder me(e/h)r sehn'!
Meine andere Schwester (ich habe nämlich genau zwei davon) verbringt ihre Feiertage wohl etwas abgeschiedener, allerdings weiß ich das auch nicht so genau,denn sie ist gerade mitten in Burkina Faso(das ist in Afrika liebe Leute). Was sie da so treibt und wie das Leben da allgemein ist, könnt ihr auch in ihrem Blog lesen: http://savannenstaub.blogspot.com/
In gewisser scheint das Leben da durchaus interessanter, bzw. abenteuerlicher zu sein als in Australien. Trotzdem haben wir noch mehr tödliche Tiere hier :)
Ab morgen endlich wieder me(e/h)r sehn'!
Donnerstag, 8. Dezember 2011
I am disappeared
Weihnachtsmannmützen, Weihnachtsbäume, Rentiere, Christbaumkugeln, Weihnachtslieder, Schneeflocken auf sämtlichen Weihnachtsartikeln und Thermometer die 30 Grad anzeigen.
Die Vorweihnachtszeit ist definitiv anders Down Under und Childers ist eine Stadt in der die letzten 5 Wochen rein gar nichts aufregendes passiert ist. Okay die nächtlichen Bierpong-Spiele einiger Caravanparkinhabitanten führt zu gelegentlichen Entertainment-Highlights und die letzten 3 Tage hat es ziemlich durchgängig geregnet, was aufgrund der Heftigkeit in etwa genauso nervig wurde wie die Sonne. Aber mein Zelt ist trocken! Ja tatsächlich ist das der Fakt über den ich mich am meisten freue, vor allem wenn ich dann die Geschichten von anderen Zeltplatzansässigen höre, die ihre Nächte in spontan angelegten Pools verbracht haben.
Allerdings ist auch ein Ende in Sicht - 5 Arbeitstage, dann hat mich das spaßige Traveller-Leben endlich wieder. Dann wird erstmal in Rainbow Beach gechillt und Fraser Island entdeckt.
Und was bleibt dann von mir in Childers? Nachdem ich sechs Wochen, was bisher den längsten Aufenthalt an einem Ort meiner Reise darstellt, hier irgendwie gelebt habe? Was werde ich von Childers denken wenn ich zu Silvester in Cairns das neue Jahr einläute?
Nichts! :D
Die Vorweihnachtszeit ist definitiv anders Down Under und Childers ist eine Stadt in der die letzten 5 Wochen rein gar nichts aufregendes passiert ist. Okay die nächtlichen Bierpong-Spiele einiger Caravanparkinhabitanten führt zu gelegentlichen Entertainment-Highlights und die letzten 3 Tage hat es ziemlich durchgängig geregnet, was aufgrund der Heftigkeit in etwa genauso nervig wurde wie die Sonne. Aber mein Zelt ist trocken! Ja tatsächlich ist das der Fakt über den ich mich am meisten freue, vor allem wenn ich dann die Geschichten von anderen Zeltplatzansässigen höre, die ihre Nächte in spontan angelegten Pools verbracht haben.
Allerdings ist auch ein Ende in Sicht - 5 Arbeitstage, dann hat mich das spaßige Traveller-Leben endlich wieder. Dann wird erstmal in Rainbow Beach gechillt und Fraser Island entdeckt.
Und was bleibt dann von mir in Childers? Nachdem ich sechs Wochen, was bisher den längsten Aufenthalt an einem Ort meiner Reise darstellt, hier irgendwie gelebt habe? Was werde ich von Childers denken wenn ich zu Silvester in Cairns das neue Jahr einläute?
Nichts! :D
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