Donnerstag, 12. Januar 2012

Novelus Australius IV (quattro)

Novelus Australius I
Novelus Australius II
Novelus Australius III


Der Whitsundaysegeltörn soll es also sein, soso. Eigentlich wird es auch wirklich Zeit das ich darüber berichte, immerhin ist es schon ca. 3 Wochen her. Es war tatsächlich meine erste Segelerfahrung überhaupt. Wer Thüringen kennt (nicht so viele der verehrten Leserinnen und Leser nehme ich an), weiß das unsere großen Seen vornehmlich angestaute Wassermassen sind und irgendwie nicht so einladend für Wassersport sind. “Aber was ist mit Berlin?”, mag sich der aufmerksame Leser, Entschuldigung Leserin oder Leser, nun fragen. In meinen 2 Jahren hab ich es genau drei Mal in bzw. an einen See geschafft. Wobei das Bad im Kleinen Wannsee im frühen Mai während eines “Bildungs”-Seminars wohl das bemerkenswerteste war (High-FIve Robin und Julien).

Auf jeden Fall sollte ich nun also meine Segeltechnische virginität (ich weiß das es das Wort nicht im Deutschen gibt) in Australien verlieren und zwar nicht irgendwo, sondern auf den legendären Whitsundays. Was würde mich/uns dor erwarten und ist dieser sagenumwobene White Haven Beach wirklich weiß? Wenn ja, warum? Geheime Weltmachtsbestrebungen des Kukluxklans? Neu-Neuschwabenland?(Insider) Sollte hier ein riesiger Spiegel enstehen, der die globale Erwärmung stoppt und gleichzeitig als eine Waffe gegen eventuell auftauchende Raumschiffe extraterrestrischen Lebens eingesetzt werden kann? Was es auch immer es sein würde, ich war mir sicher wir sind etwas großem auf der Spur.
Außerdem war ich mir ziemlich sicher, dass ich zu lange in der Sonne war und vielleicht meine Haare doch nicht als gleichwertiger Hutersatz dienten.

Nachdem unsere Segelgenossinnen und -genossen ca. eine halbe Stunde auf drei noch halb betrunken Engländer gewartet haben ging es dann irgendwann auch tatsächlich los. Kühn und verwegen wie man als junger Bursche so ist (mit 21 bin ich übrigens unter den Deutschen einer der ältesten hier), begab ich mich auch gleich an (die Spitze des Schiffes)<-zu ersetzen durch den Fachtermina/i/us. Es gibt irgendein Sprichwort mit Neugier und Tod in Zusammenhang, ich denke ihr wisst welches ich meine, jedenfalls war meine Neugier der Tod meiner kleidungstechnischen Trockenheit. Nein, ich bin nicht gleich über Bord gefallen nachdem ich zur Feier meines ersten Segeltrips gleich zwei Dosen Bier getrunken habe. (Wirklich nicht, ich hatte nur 3 für die ganze Fahrt.) -Es folgt ein Dialog ohne wahrzunehmende Teilnahme des Gesprächspartners, wenn Sie dies für Nonsens halten überspringen Sie den Absatz-

Das Arschloch Meer war nämlich Schuld, ja genau du Meer, ich weiß das du das hier liest! Ich will dich nie mehr sehen, nie nie mehr! Jetzt komm mir nicht so, du weißt selber das du Mist gebaut hast. Ja okay, wir hatten schon ziemlich coole Zeiten zusammen, ja gut als kleiner Junge hab ich dich auch mal nass gemacht, ja, das hat auch noch schlechter gerochen. Surfen war auch ganz cool, ja und die ganzen lustigen Tiere wie Delfine und Wale und Robben. Aber von denen hast du mir noch nicht eines gezeigt! Was? Machst du noch? Will ich doch auch mal hoffen. Und wann bitte? Westküste? Hast du gerade Westküste gesagt? Nuschel nicht so. Westküste also? Okay, haste nochmal Glück gehabt, darfst weiterlesen.

-Wenn Sie sich entschlossen haben den Absatz zu überspringen schließen sie bitte schnellstmöglichst ihren Internetbrowser(das Ding das Sie ins Internet bringt), laufen Sie zu ihrer Bank und überweisen Sie mir eine Million Dollar (Australische, umgerechnet vielleicht 780000 Euro). Danke.-


Ich kam also sehr früh in den Genuss meine Kleidung wechseln zu dürfen und nehmt diesen Rat von mir: Zieht auf Trips in Australien immer gleich die Badehose/den Bikini an!
Nach diesem ersten interessanten Erlebnis und der wohl auch ersten richtigen Segelerfahrung gingen wir in eine gemütlichere Fahrt zwischen den Inseln über, mit Kurs auf White Haven.