Mittwoch, 25. Januar 2012

Australien hat Geburtstag

Zur Feier des morgigen Australia Days schenke ich euch schon heute einen Zeitraffer um endlich auf den aktuellen Stand zu kommen. Ich fange da an, wo der letzte Blogeintrag aufgehoert hat:

Whistundays:
-White Haven -> Schnorcheln -> Airlie
-> Magnetic Island:
Chillen -> SChnorcheln -> Holzhuetten
-> Cairns:
warm -> noevlus australius I -> schwester fliegt wieder weg -> verrueckteste Regenwald Tour die es gibt, bei der mein treuer Flip/Flop beim Tanz im Bus sein Leben liess -> sylvester
-> Darwin:
heiss und schwuel (nicht schwul, dafuer sind die australier da oben schon zu redneckig) -> keine arbeit weil regenzeit -> kein regen
-> Perth:
warm -> Arbeit suchen -> chillen -> Arbeit suchen -> Perth Poetry Club besuchen -> chillen (immernoch Arbeit suchend)

Puuuuhhhh
Baer, Winnie der Puuuuhh Baer... ich schweife ab. Aber zumindest ist das der momentane Stand. Ich bin in Perth, es sind um die 40 grad (39 im Schatten) und ich suche Arbeit in Perth, um Perth, auf Perth ist mir egal. Ausserdem werde ich den Australia Day auch auf die nicht ganz traditionelle australische Weise verbringen. Wie genau der bei mir ablief schreib ich vielleicht Freitag oder Samstag oder Mittwoch oder wann auch immer ich Lust habe.


Achja, fuer Peter Jackson's 'The Hobbit' werden Extras(Komparsen) gesucht(http://www.trademe.co.nz/441281338) und ich bin zu gross als Hobbit und zu klein als Mensch oder Elb. Wer haette das gedacht? So muss ich nun leider den Beruf Hobbit von meiner Traumjobliste streichen.

Sonntag, 22. Januar 2012

White H(e)aven

Da ein relativ großes Segelboot natürlich nicht ganz an den Strand fahren kann ohne Schaden zu nehmen, wurden wir mit einem kleinen, motorisierten Schlauchboot an den Strand gefahren. Da ich in der ersten Gruppe war, musste ich auch am längsten auf die anderen Leute warten. Tony(Crew) hatte dann jedoch noch einen Geistesblitz der etwas anderen Art. Als er wiederkam, hatte er einen ganzen Arm voller grüner Ameisen und bot uns an mal zu kosten. Das war das erste Mal, dass ich dachte er ist verrückt, aber es sollte nicht das letzte Mal bleiben. Wagemutig wie ich ja nunmal bin (als abenteuerlustiger Geocacher geht das gar nicht anders), nahm ich mir allerdings eine dieser kleinen Kreaturen und biss nach Tonys Anleitung ihren Hinterleib ab (hört sich barbarischer an als es aussah). Vorbereitet jeden Moment den schlimmsten Geschmack meines Lebens wahr zu nehmen wurde ich durchaus überrascht – grüne Ameisen schmecken wie Weintrauben, wenn ihr es nicht glaubt schick ich euch welche vorbei.

Nach einem kleinen Trip durch den Wald kamen wir dann auch zum legendären White Haven Beach, der tatsächlich weiß ist. Uuunglaublich. Da wir gerade zur Ebbezeit vor Ort waren, konnten wir sehr viel von dem Sand und kleinen Flüssen sehen, die etwas inselinwärts laufen. Tony erklärte uns noch eben wo wir evtl. Lemonsharks und Stachelrochen(ja, so einer hat Steve Irwin, den Crocodile Hunter umgebracht) finden können und entließ uns dann in die weißen Weiten.

Tatsächlich fühlt sich der pure weiße Sand anders an als der normale. Außerdem erhitzt er sich nicht so stark, sondern reflektiert eher das nicht zu knapp einfallende Sonnenlicht. Zu was führt das allerdings liebe Leute? Genau – Sonnenbrand an allen Stellen, von denen man keine Ahnung hatte, dass die Sonne da überhaupt hinkommen kann, besonders eine gewisse Stelle zwischen den Beinen ist wohl recht häufig betroffen. Ich blieb zum Glück davon verschont. Tony erzählte uns diese Geschichte allerdings mit so viel Passion, dass ich annehme er hatte die schmerzvolle Ehre dieses Szenario schon einmal durchleben zu dürfen.

Naja blablabla, sauwarmes Wasser blablabla – zurück auf dem Boot.
Wir segeln unserem Übernachtungsplatz in einer Bucht entgegen, die Sonne beginnt sich langsam Richtung alte Welt zu verabschieden und ich war wieder zu faul meine Kamera zu holen um den Moment fest zu halten.

Da die Bierdosen allerdings nicht so weit weg waren, war es Zeit für den ersten Teil der Dosentrilogie. Der zweite und dritte folgte dann in gemütlicher Runde mit den andern Bootinhabitanten unter denen sich auch mal wieder Tony fand. Der Junge hat auch wirklich oft merkwürdige Geistesblitze und so kam es, dass er erneut sagte er ist gleich zurück und tauchte dann mit Taucherbrille, Schnorchel und einer halben Platikflasche wieder auf. Die Flasche kam natürlich auf den Schnorchel und das ganze wurde dann fachgerecht zuerst von einem der Engländer aufgesetzt. Es folgten dann ein paar Runden lustiges Schnorcheltrinken mit allen Leuten die noch alkoholische Getränke hatten und ich saß daneben und hab mir den Spaß angeschaut bis es Kojenzeit war.

Was folgte war eine heiße Nacht (nicht im guten Sinne), so dass ich irgendwann aufgewacht bin um ein bisschen frische Nachtseeluft zu schnuppern und hab zum ersten Mal Glühwürmchenfische gesehen. Okay wahrscheinlich heißen die nicht so, aber um das Boote ist immer mal hier und da ein leichtes Glühen zu sehen gewesen.

Nachdem ich mich aber an Herr der Ringe erinnert fuehlte und die Lichter im Sumpf der Toten dort nicht unbedingt von Vorteil waren, beschloss ich wieder zurueck in mein Bett zu gehen und wach oder schlafend darauf zu warten, welchen Geistesblitz Tony wohl am naechsten Tag haben wird.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Novelus Australius IV (quattro)

Novelus Australius I
Novelus Australius II
Novelus Australius III


Der Whitsundaysegeltörn soll es also sein, soso. Eigentlich wird es auch wirklich Zeit das ich darüber berichte, immerhin ist es schon ca. 3 Wochen her. Es war tatsächlich meine erste Segelerfahrung überhaupt. Wer Thüringen kennt (nicht so viele der verehrten Leserinnen und Leser nehme ich an), weiß das unsere großen Seen vornehmlich angestaute Wassermassen sind und irgendwie nicht so einladend für Wassersport sind. “Aber was ist mit Berlin?”, mag sich der aufmerksame Leser, Entschuldigung Leserin oder Leser, nun fragen. In meinen 2 Jahren hab ich es genau drei Mal in bzw. an einen See geschafft. Wobei das Bad im Kleinen Wannsee im frühen Mai während eines “Bildungs”-Seminars wohl das bemerkenswerteste war (High-FIve Robin und Julien).

Auf jeden Fall sollte ich nun also meine Segeltechnische virginität (ich weiß das es das Wort nicht im Deutschen gibt) in Australien verlieren und zwar nicht irgendwo, sondern auf den legendären Whitsundays. Was würde mich/uns dor erwarten und ist dieser sagenumwobene White Haven Beach wirklich weiß? Wenn ja, warum? Geheime Weltmachtsbestrebungen des Kukluxklans? Neu-Neuschwabenland?(Insider) Sollte hier ein riesiger Spiegel enstehen, der die globale Erwärmung stoppt und gleichzeitig als eine Waffe gegen eventuell auftauchende Raumschiffe extraterrestrischen Lebens eingesetzt werden kann? Was es auch immer es sein würde, ich war mir sicher wir sind etwas großem auf der Spur.
Außerdem war ich mir ziemlich sicher, dass ich zu lange in der Sonne war und vielleicht meine Haare doch nicht als gleichwertiger Hutersatz dienten.

Nachdem unsere Segelgenossinnen und -genossen ca. eine halbe Stunde auf drei noch halb betrunken Engländer gewartet haben ging es dann irgendwann auch tatsächlich los. Kühn und verwegen wie man als junger Bursche so ist (mit 21 bin ich übrigens unter den Deutschen einer der ältesten hier), begab ich mich auch gleich an (die Spitze des Schiffes)<-zu ersetzen durch den Fachtermina/i/us. Es gibt irgendein Sprichwort mit Neugier und Tod in Zusammenhang, ich denke ihr wisst welches ich meine, jedenfalls war meine Neugier der Tod meiner kleidungstechnischen Trockenheit. Nein, ich bin nicht gleich über Bord gefallen nachdem ich zur Feier meines ersten Segeltrips gleich zwei Dosen Bier getrunken habe. (Wirklich nicht, ich hatte nur 3 für die ganze Fahrt.) -Es folgt ein Dialog ohne wahrzunehmende Teilnahme des Gesprächspartners, wenn Sie dies für Nonsens halten überspringen Sie den Absatz-

Das Arschloch Meer war nämlich Schuld, ja genau du Meer, ich weiß das du das hier liest! Ich will dich nie mehr sehen, nie nie mehr! Jetzt komm mir nicht so, du weißt selber das du Mist gebaut hast. Ja okay, wir hatten schon ziemlich coole Zeiten zusammen, ja gut als kleiner Junge hab ich dich auch mal nass gemacht, ja, das hat auch noch schlechter gerochen. Surfen war auch ganz cool, ja und die ganzen lustigen Tiere wie Delfine und Wale und Robben. Aber von denen hast du mir noch nicht eines gezeigt! Was? Machst du noch? Will ich doch auch mal hoffen. Und wann bitte? Westküste? Hast du gerade Westküste gesagt? Nuschel nicht so. Westküste also? Okay, haste nochmal Glück gehabt, darfst weiterlesen.

-Wenn Sie sich entschlossen haben den Absatz zu überspringen schließen sie bitte schnellstmöglichst ihren Internetbrowser(das Ding das Sie ins Internet bringt), laufen Sie zu ihrer Bank und überweisen Sie mir eine Million Dollar (Australische, umgerechnet vielleicht 780000 Euro). Danke.-


Ich kam also sehr früh in den Genuss meine Kleidung wechseln zu dürfen und nehmt diesen Rat von mir: Zieht auf Trips in Australien immer gleich die Badehose/den Bikini an!
Nach diesem ersten interessanten Erlebnis und der wohl auch ersten richtigen Segelerfahrung gingen wir in eine gemütlichere Fahrt zwischen den Inseln über, mit Kurs auf White Haven.

Dienstag, 10. Januar 2012

Rezitativ (treibt die Handlung voran)


BÄM!
Geschichtsstunde:
Captain James Cook war ein englischer Seefahrer, der vor allem im heutigen Staat Queensland sehr oft angelandet ist und vielen Orten ihren Namen gegeben hat. Sein erster Landgang in der queenslandsichen Terra Australis ist auch sehr genau markiert und zwar in der “Town of 1770”, welche uns auch praktischer Weise gleich das Jahr verrät in dem dies von statten ging. Interessanterweise spricht man die Jahreszahl im Ortsnamen allerdings nicht seventeenseventy, sondern seventeenseven, ja da gibt es vielleicht ein Geheimnis, dass uns die Einheimischen vorenthalten. Genauso mysteriös ist, warum eine andere Stadt/Dorf, namentlich Agnes Water, welches ca. 5 km entfernt liegt immer im gleichen Atemzug genannt wird. Die Australier gehen sogar so weit, es als Zwillingsstädte zu bezeichnen, was wiederrum das australische, besonders das queenslandische, Entfernungsverständnis beweist: Alles was näher als 50km beieinander liegt hat in dem Staat eigentlich einen vereinheitlichten Namen.

Da wir keine Lust hatten von Fraser Island ca. 10 Stunden am Stück bis nach Airlie Beach zu fahren,beschlossen wir in diesen mysteriösen Zwillingsstädten zu übernachten, also nur in einer und zwar Agnes, aber wir schauten trotzdem bei dem Steinhaufenmonument vorbei, das Cooks genauen Landepunkt zeigen soll. Auch dieses stellte mich vor eine größere Frage: Warum stellt man einen Haufen aus Steinen aus Bronze nach, anstatt einfach einen richtigen, großen Steinhaufen da hin zu bauen? Anscheinend haben sie hier mehr Bronze als Steine hirt. Naja jedenfalls hatte ich nach der Steinhaufenbesichtigung noch meine teuerstes Essen in Australien, zu Ehren von Captain Cook natürlich gleich neben seinem Landeplatz mit Blick auf die Bucht in der sich einst sein stolzes Segelschiff sanft dem Wogen der Wellen hingab, wo heute aber ein etwas merkwürdig anmutendes, pinkes Amphibienfahrzeug, mit aufgemalten Entenschnabel seine Runden dreht.

Eigentlich wollte ich ganz am Anfang schon schreiben das der Herr Cook auch die Whitsunday Islands als erster bestiegen hat (ja da gibts Berge) und zwar am sogenannten White Sunday – habt ihr wieder was gelernt.
Und da wir schon so schön angefangen haben in 1770 auf den Cookschen Spuren zu wandeln, haben wir natürlich auch einen Whitsunday Segeltrip gebucht. Unser Boot hieß Siska (ja, wie die TV-Serie, ja sehr gut, jaja ich weiß schon, nein ich weiß nicht um was es da wirklich geht und es ist mir auch egal! Aber ihr könnt es trotzdem in die Kommentare schreiben). Unsere Crew bestand aus Tim(mey), Tony und Nelson, allesamt natürlich echte Australier und Tim(mey) konnte so schön australisch sprechen das die Hälfte der Gruppe(auch die Deutschen genannt) ca. 70% von seinen australischen Wortwitzen verpasst hat, aber das gehört eigentlich schon in die nächste Novelus Australius, deswegen schreib ich hier jetzt nicht weiter.

Bilderbuch (5)

Ich hab irgendwie keine richtige Lust über unseren Fraser Island Trip zu schreiben, deswegen gibts einfach ein paar schöne Bilder.