Da ein relativ großes Segelboot natürlich nicht ganz an den Strand fahren kann ohne Schaden zu nehmen, wurden wir mit einem kleinen, motorisierten Schlauchboot an den Strand gefahren. Da ich in der ersten Gruppe war, musste ich auch am längsten auf die anderen Leute warten. Tony(Crew) hatte dann jedoch noch einen Geistesblitz der etwas anderen Art. Als er wiederkam, hatte er einen ganzen Arm voller grüner Ameisen und bot uns an mal zu kosten. Das war das erste Mal, dass ich dachte er ist verrückt, aber es sollte nicht das letzte Mal bleiben. Wagemutig wie ich ja nunmal bin (als abenteuerlustiger Geocacher geht das gar nicht anders), nahm ich mir allerdings eine dieser kleinen Kreaturen und biss nach Tonys Anleitung ihren Hinterleib ab (hört sich barbarischer an als es aussah). Vorbereitet jeden Moment den schlimmsten Geschmack meines Lebens wahr zu nehmen wurde ich durchaus überrascht – grüne Ameisen schmecken wie Weintrauben, wenn ihr es nicht glaubt schick ich euch welche vorbei.
Nach einem kleinen Trip durch den Wald kamen wir dann auch zum legendären White Haven Beach, der tatsächlich weiß ist. Uuunglaublich. Da wir gerade zur Ebbezeit vor Ort waren, konnten wir sehr viel von dem Sand und kleinen Flüssen sehen, die etwas inselinwärts laufen. Tony erklärte uns noch eben wo wir evtl. Lemonsharks und Stachelrochen(ja, so einer hat Steve Irwin, den Crocodile Hunter umgebracht) finden können und entließ uns dann in die weißen Weiten.
Tatsächlich fühlt sich der pure weiße Sand anders an als der normale. Außerdem erhitzt er sich nicht so stark, sondern reflektiert eher das nicht zu knapp einfallende Sonnenlicht. Zu was führt das allerdings liebe Leute? Genau – Sonnenbrand an allen Stellen, von denen man keine Ahnung hatte, dass die Sonne da überhaupt hinkommen kann, besonders eine gewisse Stelle zwischen den Beinen ist wohl recht häufig betroffen. Ich blieb zum Glück davon verschont. Tony erzählte uns diese Geschichte allerdings mit so viel Passion, dass ich annehme er hatte die schmerzvolle Ehre dieses Szenario schon einmal durchleben zu dürfen.
Naja blablabla, sauwarmes Wasser blablabla – zurück auf dem Boot.
Wir segeln unserem Übernachtungsplatz in einer Bucht entgegen, die Sonne beginnt sich langsam Richtung alte Welt zu verabschieden und ich war wieder zu faul meine Kamera zu holen um den Moment fest zu halten.
Da die Bierdosen allerdings nicht so weit weg waren, war es Zeit für den ersten Teil der Dosentrilogie. Der zweite und dritte folgte dann in gemütlicher Runde mit den andern Bootinhabitanten unter denen sich auch mal wieder Tony fand. Der Junge hat auch wirklich oft merkwürdige Geistesblitze und so kam es, dass er erneut sagte er ist gleich zurück und tauchte dann mit Taucherbrille, Schnorchel und einer halben Platikflasche wieder auf. Die Flasche kam natürlich auf den Schnorchel und das ganze wurde dann fachgerecht zuerst von einem der Engländer aufgesetzt. Es folgten dann ein paar Runden lustiges Schnorcheltrinken mit allen Leuten die noch alkoholische Getränke hatten und ich saß daneben und hab mir den Spaß angeschaut bis es Kojenzeit war.
Was folgte war eine heiße Nacht (nicht im guten Sinne), so dass ich irgendwann aufgewacht bin um ein bisschen frische Nachtseeluft zu schnuppern und hab zum ersten Mal Glühwürmchenfische gesehen. Okay wahrscheinlich heißen die nicht so, aber um das Boote ist immer mal hier und da ein leichtes Glühen zu sehen gewesen.
Nachdem ich mich aber an Herr der Ringe erinnert fuehlte und die Lichter im Sumpf der Toten dort nicht unbedingt von Vorteil waren, beschloss ich wieder zurueck in mein Bett zu gehen und wach oder schlafend darauf zu warten, welchen Geistesblitz Tony wohl am naechsten Tag haben wird.